Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten!

By | 10/08/2015

Change Management

Change Management – Veränderungsprozesse erfolgreich gestalten.

Rezension mit Blick auf die Frage, wie die Buchinhalte bei der Einführung von Social Software sinnvoll unterstützen können.

Das Buch von Kerstin Stolzenberg und Krischan Heberle, beide mit Wurzeln in der Organisationsentwicklung, beschreibt den Zyklus eines Veränderungsmanagements. Im Selbstverständnis der Autoren ein begleitendes Handbuch für Menschen, die an einem Veränderungsprozess beteiligt sind oder einen solchen anstoßen wollen.

Unter Veränderungsmanagement wird hier die Planung und Durchführung aller Aktivitäten verstanden, die Führungskräfte und Mitarbeitende auf die angedachte Veränderung vorbereiten und ihnen helfen, die an sie gerichteten Anforderungen umzusetzen. Sie beschreiben Veränderungsprozesse als stringente Abfolge der Schritte Planung/Analyse, Umsetzung und Evaluierung, die sich üblicherweise auf mindestens einer der drei Ebenen: Aufbauorganisation, Ablauforganisation und soziales Gefüge/Arbeitsverhalten beziehen. Dabei unterscheiden Sie fachliche und überfachliche Ebenen. Während “fachlich”, analytische und rationale Planungsprozesse meint, werden unter “überfachlich”  die durch die Veränderung ausgelösten individuellen Reaktionen und Verhaltensweisen verstanden: Akzeptanz, Bereitschaft, Unterstützung. Aus den beiden vorhergehenden Rezensionen von Lies und Deutinger kennen wir die Unterscheidung als harte und weiche Faktoren. Hier wie dort erhalten wir den Hinweis, dass Reaktionen, Verhaltensweisen und mögliche Widerstände auf Basis der weichen Faktoren (analog: überfachlichen Ebene) in Veränderungsprojekten zu wenig Aufmerksamkeit erfahren.

So verstehen Stolzenberg/Krischan Veränderungsmanagement als strukturierte Vorgehensweise mit Fokus auf die überfachliche Ebene in der sich vier Kernthemen herauskristallisieren:

  • Entwicklung und Umsetzung einer Vision
  • Kommunikation mit den Betroffenen
  • Beteiligung der Betroffenen
  • Qualifizierung der Betroffenen

Jedem Kernthema widmen die Autoren nun ein eigenes Kapitel, beschreiben tatsächlich handbuchartig die einzelnen Schritte und stellen pragmatische Hilfsmittel, wie einen Moderationsleitfaden für einen Workshop zur Entwicklung der Vision,  zur Verfügung.

Fachlich versierte Projektleiter, die den überfachlichen Aspekten zukünftig mehr Raum einrichten wollen, erhalten mit dem Werk eine gut strukturiert aufbereitete Hilfe mit vielen übernehmbaren Werkzeugen.  Sicherlich sind die Inhalte immer auf den eigenen Bedarf anzupassen. Auch begegnen wir in unserer, sehr stark durch agile Methoden geprägten Praxis überwiegend iterativen Prozessen. Die hier im Buch beschrieben stringent strukturelle Vorgehnsweise ist eher die Ausnahme.

Wie kann uns das Buch bei der Einführung von Social Software und auf dem Weg zum Social Business helfen?

Die Einführung einer Social Software wirkt sich sowohl auf die Ablauforgansiation als auch auf das persönliche Arbeitsverhalten der Führungskräfte und Mitarbeiter aus. Auch direkte oder indirekte Einflüsse auf die Aufbauorganisation sind denkbar. Da Social Business das gesamte Unternehmen betrifft, sind die Auswirkungen entsprechend groß. Viele Menschen sind betroffen. Sie werden aber nur selten zu Beteiligten gemacht. So bilden sich sowohl bei Führungskräften und Mitarbeitenden leicht Widerstände aufgrund von Ängsten und Vorbehalten heraus, die einer breiten Akzeptanz entgegen stehen.

In der Praxis erleben wir immer wieder, dass an verantwortlicher Stelle lediglich eine grobe Idee darüber besteht, was mit einer Enterprise 2.0 Lösung eigentlich erreicht werden soll. Oftmals fallen Stichworte wie Digitalisierung und Arbeitsplatz der Zukunft. Hier kann das vorliegende Buch helfen einen Workshop zur Entwicklung einer Vision durchzuführen und dabei klare, wünschenswerte und messbare Zielsetzungen abzuleiten.

Im Werk werden auch Kommunikationsmedien vorgestellt, die es ermöglichen Führungskräfte, Mitarbeitende und spezielle Stakeholder in den Veränderungsprozess einzubeziehen. Dabei gehrt es nicht nur darum Widerstände frühzeitig zu erkennen und entsprechend aufzunehmen sondern auch um das Management von Erwartungshaltungen der einzelnen Gruppen. Voraussetzzung dafür aber sind klare Zielvorgaben, die sich auf Basis einzelner UseCases bis auf Teamebene herunterbrechen lassen.

Mit der Einführung einer Social Software entstehen bei den Mitarbeitenden und auch bei den Führungskräften viele Fragen, sowohl auf fachlicher als auch auf überfachlicher Ebene. Diese gilt es abzuholen, Ernst zu nehmen und kommunikativ zu begleiten. Ein gut durchdachter Projektplan zur Einführung von Social Sotware lässt sich nur mit Akzeptanz der Betroffenen tatsächlich umsetzen. Worauf es dabei ankommt und wie dabei vorgegangen werden kann, zeigt das vorliegende Buch.

 

 

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